Das Bord ABC erklärt die verschiedensten Begriffe aus der Frachtschifftouristik. Hier: die Buchstaben F bis Q.

Fahrräder / Motorräder

  • Motorräder und PKW werden nicht mitgenommen bzw. sind nicht erlaubt.
  • Fahrräder können auf Anfrage kostenlos mitgenommen werden (NSB übernimmt keine Haftung). Anfallende Transportkosten für die Beförderung des Fahrrads innerhalb des Terminals müssen vom Passagier direkt vor Ort in bar gezahlt werden.

Fotografieren / Filmen

  • Passagiere dürfen in Absprache mit der Schiffsleitung fast überall an Bord fotografieren, sofern der Arbeitsablauf an Bord nicht gestört wird. In einigen Bereichen, wie z.B. im Panama- oder Suezkanal kann das Fotografieren in einigen Zonen nicht erlaubt sein. In sicherheitsrelevanten Bereichen wie z.B. im Maschinenraum oder auf der Brücke kann das Fotografieren untersagt sein.  Unbedingt vorher beim Kapitän erkundigen! Das Fotografieren in den Häfen ist auf Grund des ISPS-Codes generell streng untersagt und wird von den Behörden mit empfindlichen Geldstrafen bis hin zu Gefängnisstrafen geahndet.

Freizeit

  • An Bord der Frachtschiffe gibt es keine Freizeitanimateure. Für die Freizeitgestaltung und eigene Unterhaltung ist jeder Passagier selbst verantwortlich. Jeder kann das machen, was ihm gerade in den Sinn kommt: gemütlich im Liegestuhl die Sonne genießen, ein Buch lesen (besser eigene Bücher zum Lesen mitbringen), in der kleinen Bordbibliothek schmökern, im Gemeinschaftsraum eine DVD anschauen, im Schwimmbad oder in der Sauna oder im Fitnessraum etwas für die Gesundheit tun, der Besatzung bei der Arbeit über die Schulter schauen oder abends mit einem Besatzungsmitglied ein Spielchen machen. Möglichkeiten der Freizeitgestaltung gibt es genug. Es gibt immer etwas zu sehen, zu lernen, zu tun. Vielen macht es Spaß ein Reisetagebuch zu führen.
  • Tipp: Passagiere können auch eigene Musik oder DVD’s oder einen Weltempfänger mit an Bord bringen.
  • Alle Freizeiteinrichtungen an Bord sind übrigens Gemeinschaftseinrichtungen, die mit der Besatzung geteilt werden.

Gefahrenzonen an Bord

  • IM HAFEN - Während der Lade- und Löscharbeiten ist das Betreten der Decks und Laderäume verboten! Unfallgefahr! Bei Übernahme von Stores und Proviant durch die Besatzung kann auch das Betreten des entsprechenden Aufbautendecks untersagt sein
  • BEIM AN- UND ABLEGEN - Während das Schiff im Hafen an- oder ablegt, ist der Aufenthalt für Passagiere sowohl auf dem Vorschiff als auch auf dem Achterschiff verboten, da sich dort die Festmacher-Leinen befinden. Die Arbeit mit diesen schweren Leinen ist selbst für Seeleute nicht ungefährlich. Passagiere sollten sich in dieser Zeit am besten auf den Aufbaudecks aufhalten. Dort ist es sicher und man kann alles gut beobachten.
  • AUF SEE - Während der Wartungsarbeiten an Deck sollte der Passagier mit dem Ersten Offizier absprechen, welche Bereiche des Decks zu meiden sind. Hier kann es z.B. durch den Einsatz von Maschinen gefährlich sein.
  • Das Wetter auf See kann sich sehr schnell ändern. Passagiere sollten immer mit plötzlichem Seegang rechnen und darauf achten, dass alle Sachen in der Kabine festgezurrt werden, so dass nichts herunterfallen und niemand verletzt werden kann. Passagiere sollten generell rutschfeste Schuhe tragen. Bitte benutzen Sie bei Seegang die Innentreppe bzw. sofern vorhanden den Fahrstuhl, da die Treppen auf den Außendecks bei schlechtem Wetter vom Salzwasser glatt sind und somit ein hohes Unfallrisiko darstellen.
  • Generell gilt: die Anweisungen des Hafen- und Schiffspersonals müssen strikt befolgt werden.

Haustiere

  • Haustiere sind an Bord generell nicht erlaubt.

ISPS Code

  • International Ship and Port Facility Scurity (ISPS) Code (internationale Sicherheitsvorschriften im Seeschiffsverkehr).

Kammer (oder Kabine)

  • Die Kammer bzw. Kabine ist das Reich des Passagiers für die nächsten Tage, Wochen oder sogar Monate. Der Passagier muss in seiner Kabine selbst „klar Schiff“ machen. Der Steward wird außerdem in der Regel einmal in der Woche die Kabine reinigen. Die Passagiere sollten aber bedenken, dass der Steward einen anderen Arbeitsbereich an Bord hat, der einen weitergehenden Kabinenservice kaum zulässt.
  • Es handelt sich immer um Außenkabinen.
  • Bettwäsche und Handtücher werden gestellt.
  • Der Ausblick aus den Fenstern der Kammer kann unter Umständen durch davor gestaute Container eingeschränkt oder auch verstellt sein. Eine freie Sicht aus dem Kabinenfenster  kann deshalb oft nicht gewährleistet werden (nähere Informationen hierzu sind in unseren Schiffsinformationsblättern zu finden.).
  • Während die einen Passagiere von Bord gehen, stehen die nachfolgenden Passagiere manchmal schon wartend bereit. Falls ein solcher Wechsel anstehen sollte, bitten wir die Passagiere ihre Kammer schon rechtzeitig vor der Ankunft am Liegeplatz zu räumen.
  • So kann es andersherum auch passieren, dass die Kabine manchmal noch nicht vollständig hergerichtet ist. Falls etwas fehlen sollte, z.B. Bettwäsche oder Handtücher, den Steward oder ein anderes Besatzungsmitglied danach fragen.
  • Das Betreten einer Kammer eines Besatzungsmitgliedes sollte vermieden werden, wenn die Kammertür geschlossen ist. Dies bedeutet, dass der Seemann seine Ruhe haben möchte. Bedingt durch den Schichtbetrieb gibt es auch Besatzungsmitglieder, die tagsüber schlafen. Ist die Tür dagegen geöffnet und das Besatzungsmitglied auch in der Kammer, so kann man anklopfen und nach Aufforderung eintreten.

Kleidung

  • Rutschfeste Schuhe (z.B. Segel- oder Turnschuhe) unbedingt mitnehmen!
  • Wir empfehlen Windjacken bzw. wind- und wetterfeste Kleidung, passend zum Fahrtgebiet und der Jahreszeit. Auf der Reise werden gegebenenfalls alle Klimazonen durchfahren – warme Pullover und Hosen und eine regendichte Jacke ebenso mitnehmen wie leichte Baumwollkleidung wie kurze Hosen und T-Shirts.
  • Es gibt an Bord keine Kleidervorschriften – wir empfehlen legere Freizeitkleidung.
  • Zu den Mahlzeiten keine Badebekleidung oder kurze Hosen tragen!

Kommandobrücke und Maschinenräume

  • Vor Betreten immer den Kapitän oder den Leitenden Ingenieur um Erlaubnis bitten. Es ist nicht gestattet allein den Maschinenraum zu betreten.
  • Maschinenkontrollraum und Kommandobrücke sind Schaltzentralen des Schiffes, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Normalerweise ist der Zugang zur Kommandobrücke möglich, aber z.B. schwierige Witterungsverhältnisse, beim An- und Ablegemanöver und bei Hafeneinfahrten kann es sein, dass der Besuch der Brücke oder Maschine nicht möglich ist! Die Kapitäne und Offiziere müssen sich dann voll und ganz konzentrieren und jede Ablenkung ist unerwünscht.
  • Der Passagier sollte sich beim Aufenthalt auf der Brücke von den Arbeitsplätzen des wachhabenden Offiziers erst einmal fernhalten, um die Arbeit nicht zu behindern. Dies gilt auch für das Fahren im freien Seeraum. Auch während der Hafeneinlauf- / -auslauf- / und Liegezeiten ist der Aufenthalt von Passagieren auf der Brücke nur mit besonderer Genehmigung des Kapitäns möglich. Im Laufe der Zeit bekommt man ein „Gespür“ dafür, wann man erwünscht ist oder wann ein Besuch auf der Brück störend sein kann.
  • Übrigens: wenn Sie auf See die Brücke betreten, ist Anklopfen nicht üblich. Man grüßt – besonders in der Dunkelheit – gerade so laut, dass man verstanden bzw. bemerkt wird. Bei Dunkelheit unbedingt warten, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben.
  • Niemals nachts die Brücke von der Nock aus betreten. Dies kann zu gefährlichen Missverständnissen mit der Brückbesatzung führen, die in einigen Bereichen eventuell auch einen Piratenangriff befürchten muss.

Kommunikation mit dem Schiff

  • Einfach und schnell ist die Kommunikation per Telefon und Telefax, allerdings auch recht teuer, daher möglichst nur in dringenden Fällen nutzen.
  • Das E-Mail-System an Bord kann gegen Gebühr genutzt werden, jedoch können E-Mails nur empfangen werden, wenn der Absender von Bord vorher eine E-Mail verschickt hat. Der Kapitän ist derjenige der Ihnen an Bord einen E-Mail-Zugang einrichtet (Administrator). Er ist dadurch in der Lage private E-Mails anderer zu lesen. Selbstverständlich ist er dazu angehalten dies nicht zu tun.  
  • Es gibt an Bord keinen Internetzugang!
  • Die Bezahlung erfolgt in bar und nur in den Währungen „Euro“ und „US Dollar“.
  • Es ist möglich dem Hafenagenten Post zu übergeben. Eine Garantie, dass die Post ankommt oder vom Hafenagenten auch tatsächlich weitergeleitet wird, können wir nicht geben! Diese Methode ist allerdings nicht besonders zuverlässig.

Landgang

  • Landgänge können auf eigene Verantwortung und unter eigener Regie gemacht werden. Gute Planung ist gerade bei Frachtschiffreisen wichtig, da die Liegezeiten des Schiffes meist recht kurz sind. Am besten schon vorher mit entsprechenden Landesinformationen oder Reiseführern versorgen. Eventuell können auch Besatzungsmitglieder Tipps für einen Landgang geben. Landgänge werden aber in einigen (wenigen) Ländern / Häfen von den dortigen Behörden nicht erlaubt.
  • Vor Verlassen des Schiffes immer erst die Schiffsführung fragen und erkundigen, ob Landgang möglich ist und wann man spätestens zurück sein muss. Möglichst ein Handy mit auf Landgang nehmen, damit der Passagier im Falle von Liegezeitenänderungen erreichbar ist. Am besten außerdem die Bezeichnung des Liegeplatzes und für den Notfall (Handy)Nummer des Schiffes und Telefonnummer und Adresse der Hafenagentur aufschreiben und mitnehmen.
  • Für Taxifahrten, Getränke und Mahlzeiten, Ausflüge und andere Dienstleistungen muss der Passagier während eines Landgangs selbst aufkommen und sofort in bar bezahlen! Wenn der Passagier ein Taxi bestellen möchte, bitte an die Schiffsführung wenden, die versuchen wird über die örtliche Agentur ein Taxi zu bestellen.
  • Es kann passieren, dass das Schiff in einzelnen Häfen abends einläuft und am nächsten Morgen wieder ausläuft oder der Liegeplatz des Schiffes weit von der Stadt entfernt ist oder es Verzögerungen bei der Einklarierung gibt. Unter Umständen ist in solchen Fällen kein Landgang möglich!
  • Vor jedem Landgang erkundigen, ob und wie sicher der jeweilige Hafen ist und ob man bestimmte Regionen meiden sollte, in denen die Sicherheit für Landgänger nicht garantiert werden kann.
  • Wir empfehlen möglichst kleine Scheine (Euro und US Dollar), mit auf die Reise zu nehmen (z.B. für Taxifahrten und Trinkgelder).
  • Wenn man nicht die Möglichkeit hat Geld in Landeswährung zu tauschen, sind kleine Scheine (Euro und US Dollar) besser. Bitte vor der Reise beim eigenen Bankinstitut nach den jeweils gültigen Währungen und den Devisenbestimmungen der jeweiligen Länder (z.B. Ein- und Ausfuhr von Devisen) erkundigen. Nicht in jedem Land ist der Tausch von Devisen außerhalb der offiziellen Wechselstuben erlaubt.
  • Ein offenes Wort: Kriminalität gibt es leider überall auf der Welt. Bedingt durch hohe Armut kann sie mancherorts besonders hoch sein. Darum auf Landgängen immer vorsichtig und umsichtig verhalten. Keinen auffälligen Schmuck oder viel Geld mitnehmen und möglichst auf eine Handtasche verzichten. Die Wertsachen sind am Körper getragen am sichersten aufgehoben. Auch die Fotoausrüstung am besten nicht offen tragen. Seeleute verteilen ihr Geld für den Landgang meist an verschiedenen Stellen ihres Körpers.

Liegezeiten

  • Da die Liegezeiten in den einzelnen Häfen sehr kostspielig sind, wird der Charterer Ihres Schiffes alles daran setzen, dass das Schiff so schnell wie möglich be- und entladen wird. In der Regel betragen die Liegezeiten 6 bis 24 Stunden. In einigen Häfen oder bei besonders hohem Ladungsaufkommen kann mit einer Liegezeit von bis zu 2 Tagen zu rechnen sein. Liegezeiten können auch in die Nacht fallen! Unter Umständen ist dann kein Landgang möglich.

Linienschifffahrt

  • Die von der REEDEREI NSB bereederten Containerschiffe sind Linienschiffe, welche (in der Regel) zwischen festgelegten Häfen auf einer vom Charterer festgelegten Route innerhalb eines regulären Zeitplans zirkulieren. D.h. normalerweise fahren sie nach einem festen Zeitplan. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit haben für den Charterer höchste Priorität. Änderungen der Hafenfolge oder Nichtanlaufen eines Hafens sind dennoch kurzfristig möglich.

Lotse

  • An allen gefährlichen Schifffahrtsstraßen, in Kanälen, bei Hafenein- und Ausfahrten stehen dem Kapitän Lotsen zur Seite. Lotsen sind über die aktuellen örtlichen Bedingungen informiert und beraten den Kapitän bei den Fahrmanövern. Es kann sein, dass der Besuch der Kommandobrücke nicht möglich ist, wenn ein Lotse an Bord ist, da Konzentration und Sicht nicht behindert werden dürfen.

Piraterie

  • Ist international geächtet.
  • Tritt leider auch heute noch überall dort auf, wo der Seehandel ein ausreichend großes Aufkommen erreicht, gleichzeitig die Intensität der Überwachung und Bekämpfung ein bestimmtes Maß im Verhältnis zur Küstenlänge nicht überschreitet und ein Teil der Bevölkerung in der Piraterie eine lohnende Alternative zu anderer Beschäftigung sieht. Heute trifft dies vor allem auf Schwellenländer und einzelne große Häfen mit wenig effizienten Behörden zu, sowie auf Seegebiete, wo wichtige internationale Schifffahrtsrouten an Küsten entlangführen, an denen die lokalen Behörden überfordert sind. (Wikipedia)
  • Piratengebiete sind: Straße von Malakka, Golf von Aden, vor Westafrika, vor Ostafrika.
  • Die bordseitigen Sicherheitsmaßnahmen / Vorkehrungen in diesen Gebieten sind sehr hoch. Es werden beispielsweise alle Außenaufgänge und Außentüren verschlossen und Bullaugen verdunkelt. Passagierrunden an Deck können nicht garantiert werden.

Zu den weiteren Begriffen:

Wussten Sie schon, dass ...?

Bordsprache

Bordsprache ist Englisch und oft auch Deutsch.